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Heute soll es auf den Serra Trail, zu Englisch Hill Trail gehen. Ich habe die Abfahrt auf sechs Uhr festgelegt, denn es ist zum einen sinnvoll die morgendliche Kühle voll aus zu nutzen, zum andern ist es schön, die Stimmung dieser Tageszeit voll und ganz war zu nehmen.700 Meter Wegstrecke vom Anlegeplatz zum 80 Meter höheren Aussichtspunkt. Uns erwartet ein phantastischer Anblick. Diese urige Welt liegt umhüllt von dicken Nebelschwaden vor uns ausgebreitet dar. Nur langsam bewegen sich diese zu immer neuen Formationen. Sie aggregieren und teilen sich immer wieder von neuem, so dass sich die Szenerie fortwährend ändert.
Im Crescendo der Vogelgesänge steigt die Sonne über die Anhöhe und bescheint den Wald unter uns. Die Nebelschwaden lösen sich auf und geben den Blick auf die zuvor verhüllte Landschaft frei. Wir können den Fluss unter uns erkennen und wer gute Augen hat sieht auch den alten Aussichtsturm.
Das Geschrei der Aras hallt über unseren Köpfen als diese, dieses überwältigende Schauspiel komplettieren. Alfredo selbst meint, er sei noch nie so früh morgens hier gewesen um das Schauspiel so ausführlich zu genießen. Nur allzu bald wird es den Besuchern zu heiß und wir ziehen weiter.
Die Landschaft hier unterscheidet sich völlig von dem 80 Meter tiefer liegenden Flachlandregenwald. Wir streifen durch die Campo Rupestre da Amazônica, eine felsige Landschaft mit Kuriositäten wie der wilden Ananas, eine Bromelie. Das Campo zeichnet sich generell durch eine lichtere Vegetation aus. Man findet viele verschiedene Vertreter der Bromelien, Orchideen, Mimosen, Begonien und Araceen.
Ich kann nicht beurteilen, ob in diesem Habitat tatsächlich mehr Vögel leben oder ob man diese auf Grund der Überschaubarkeit des Geländes häufiger erblickt. Für den Besucher ist dies jeden Falls eine wunderbare Gegend, um Vögel zu beobachten.
Nur 30 Meter entfernt von uns sitz ein Königsgeier (Sarcoramphus papa) mit schwarz weißem Gefieder. Seine Körperhöhe mit bis zu 80 cm erreicht zwar nicht die eines 20-30 cm größeren Andenkondors, trotzdem ist er unter den Geiern des Amazonas (Cathartidae) der unangefochtene König. Wieder einmal bedaure ich mich selbst, denn das Objektiv meiner Kamera erfüllt leider bei weitem nicht die Anforderungen eines Naturfotographen. Schwamm drüber, gesehen und schlecht fotografiert ist besser als nicht gesehen und nicht fotografiert!
Früh sind wir zurück am Boot mit allzu erschöpften Touristen, die konstant über die Hitze klagen. Es scheint, als ob ich mich nun doch endlich akklimatisiert habe!
Caro