Heute haben wir die Phänologie fertig gestellt. 1000 m² Wald sind katalogisiert und die Bäume innerhalb mit Plaketten versehen. Nächsten Monat wird nicht nur wie angekündigt Liza Veiga aus Belém zu uns stoßen, sondern auch ein Botaniker, welcher uns helfen wird, all die markierten Bäume zu bestimmen.
Von den Affen haben wir leider nicht viel gesehen. Auch Paola hatte wenig Glück und konnte kaum Daten zusammentragen. Der Regen und Paolas Besuch im Krankenhaus haben die eigentliche Zeit im Feld erheblich gekürzt. Hinzu kommt, dass sie mehrere Tage im Wald verbracht hat, ohne die Affen zu finden. So habe ich dieses Mal nur eine einzige Faecesprobe zu analysieren.
Erfolgreich war der Playback-Versuch mit den Cuxius. Rapha konnte tatsächlich mit meinen beim letzten Mal gemachten Aufnahmen die Sakiaffen finden. Sie antworteten auf die abgespielte Vokalisation.
Nun, von Anfang an stellte sich die Frage, ob ich all unsere Probleme öffentlich machen sollte oder nicht. Ich habe mich dafür entschieden, euch hiervon zu berichten, denn das ist die wahre Feldarbeit, wo doch Biologie heute gern im vollklimatisierten Labor gemacht wird. Im Feld können einem Verletzungen, schlechte Wetterkonditionen, nicht funktionierende Geräte, orientierungslose Guides und launische Untersuchungsobjekte völlig unvorhergesehen einen Strich durch die Rechnung ziehen.
Was einem bleibt, ist die gute Miene zum bösen Spiel. Glaubt mir, ohne Humor, einer guten Portion Abenteuerlust und Leidenschaft für die Sache sollte man sich auf die Arbeit im Feld gar nicht erst einlassen!
Caro