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Archive for März 2011

Nachdem die vierwöchige zoologische Exkursion vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, zum Topthema innerhalb des „Deutsch-Brasilianischen Jahres der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11“ (DBWTI) gewählt wurde, gibt es jetzt zum Abschluss des Deutsch-Brasilianischen Jahres am 4. April 2011 auf der Hannover Messe eine Feier mit verschiedenen deutsch-brasilianischen Highlights. Die zoologische Exkursion ist bei der „Ausstellung herausragender Kooperationsprojekte im Deutsch-Brasilianischen Jahr“ mit einer Animation zum Thema Biodiversität mit Fotos der diesjährigen Exkursion von Dr. Rainer Radtke dabei.

Die Einladung dazu kommt jedoch zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn das dreiwöchige Geoökologische Geländepraktikum mit Radtke läuft zu diesem Termin noch im Landesinnern von Rio Grande do Sul.

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Zeitungsartikel zu unserem Besuch am Rio Cristalino

Cuiabá-Zeitung-neu-1[1]

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Zum Ende der zoologischen Exkursion möchten wir ein erstes Blog-Résumé vorlegen. Erstmalig liegt die Weltkarte von ClustrMaps vor, auf der man erkennen kann, aus welchen Ländern auf unseren Brasilienblog zugegriffen wird. Dieses Jahr hatten wir 6481 Klicks, seit Beginn des Blogs in 2009 sind es über 55.000.

Unsere Leser leben weltweit:

Germany (DE) 1,853   Luxembourg (LU) 2
Brazil (BR) 167   Malaysia (MY) 2
Switzerland (CH) 118   Slovakia (SK) 1
United States (US) 61   Poland (PL) 1
Austria (AT) 52   Finland (FI) 1
Mauritius (MU) 37   Norway (NO) 1
China (CN) 34   Russian Federation (RU) 1
United Kingdom (GB) 22   Armenia (AM) 1
France (FR) 12   Philippines (PH) 1
Netherlands (NL) 10   Martinique (MQ) 1
Canada (CA) 9   Costa Rica (CR) 1
Sweden (SE) 8   Ecuador (EC) 1
Ireland (IE) 7   Peru (PE) 1
Bolivia (BO) 5   Lao People’s Democratic Republic (LA) 1
Italy (IT) 4   United Arab Emirates (AE) 1
Denmark (DK) 4   Portugal (PT) 1
India (IN) 4   Croatia (HR) 1
Belgium (BE) 3   Greece (GR) 1
Australia (AU) 3   Japan (JP) 1
Spain (ES) 3   Israel (IL) 1
Chile (CL) 2   Liechtenstein (LI)1 1
South Africa (ZA) 2      

 

RR/PU



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Mit einer Propellermaschine verließen wir Alta Floresta. RR war es gelungen ein Plätzchen im Cockpit zu ergattern.

Unser Flugzeug

Die Piloten – RR konnte ihren Streit über die richtige Flughöhe live am Kopfhörer mitverfolgen

Fotos: RR

10 eifrige Stundenten nutzen nun das Angebot der Professoren Grüninger, Hampp und Magel und nahmen an einer einwöchigen botanischen Exkursion im Großraum Rio teil. Hierbei wurde der botanische und zoologische Garten, sowie das Nationalmuseum von Rio de Janeiro besucht.  Es folgte ein Querschnitt von der Strandvegetation bis auf 2500m im Itatiaia-Gebirge.

Im Anschluss an die erste Woche der botanischen Exkursion folgte der Flug nach Porto Alegre. Dort sollten wir wieder auf RR und die drei Weltenbummler treffen.

So wie wie die Exkursion am Cristo Redentor in Rio de Janeiro für uns im Februar begann, endete dort am Sonntag, 20.3., der Besuch von Barrack Obama in Brasilien.

Obama visita Cristo Redentor com a família
Die Air-Force-One beim Start in Rio de Janeiro

Foto: PU

Aufgrund des Abflugs von US-Präsident Barack Obama konnten wir erst mit einer einstündigen Verspätung abheben.

Später landeten wir sicher in Porto Alegre.

Das geoökologische Geländepraktikum kann beginnen!

PU

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Rio Cristalino Präsentation

 

Tiere, Pflanzen und das Ökosystem des Rio Cristalino

Zusammengestellt von Sabine Hirsch, Janine Page und Philipp Unterweger

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Der Hautmaulwurf

Nun ist einer in Stuttgart, der andere auf Pró-Mata: der Hautmaulwurf.

Typisches Erscheinungsbild des Hautmaulwurfs

 

Foto RR

Befall vom Hautmaulwurf: das typische Bild mit ein bis zwei Millimeter breiten und mehreren Zentimeter langen Gängen, die zudem noch entzündlich verändert sind.

 

Die „Krankheit“ Hautmaulwurf tritt vor allem in subtropischen und tropischen Regionen auf. Es handelt sich um eine Hakenwurm-Dermatitis, die durch Nematoden, also Würmer, der Gattung Ancylostoma verursacht wird. Über den Stuhl  erkrankter Hunde oder Katzen werden Eier von Ancylostoma braziliense oder A. caninum ausgeschieden, die sich innerhalb weniger Tage zu Larven entwickeln.

Diese Larven sind in der Lage, bei „Kontaktaufnahme“ sekundenschnell in die Haut einzudringen, z.B. dringen die Wurmlarven beim Barfußgehen in die Haut der Fußsohle ein. Dort, knapp unter der Oberfläche, bewegen sie sich täglich einige Millimeter oder gar Zentimeter fort und verursachen den unerträglichen Juckreiz. Die Larven des Hautmaulwurfs befallen normalerweise nur Tiere (Hunde, Katzen, Schweine) oder eben unvorsichtige, also im Sand barfussgehende Exkursionsteilnehmer. Sie können zwar durch die menschliche Haut eindringen, sterben dort aber nach kurzer Zeit ab. Sie verursachen nur örtliche Hauterscheinungen.

Die Erkrankung ist nach wenigen Wochen selbstlimitierend. Wer nicht so lange warten will: Die Behandlung dieser im medizinischen Fachjargon  „larva migrans“ oder larva migrans cutanea (= Wanderlarve), englisch Creeping eruption genannten Hautinfektion ist unkompliziert: Über drei Tage wird ein Antiwurmmittel (Thiabendazol) eingenommen. Dieses Präparat kann in Cremeform auch direkt auf die Haut aufgetragen werden. Hier dauert die Behandlung wesentlich länger und ist in Anbetracht des stark quälenden Juckreizes weniger zu empfehlen.

Im konkreten Fall: Wie so oft halfen die Ärzte in der Tropenklink Tübingen. Sie erkannten die von RR auch vermutete Krankheit und verpassten  eine Einmaldosis von  4 Tabletten von Stromectol®, eine Wurmkur. Stromectol® oder Ivermectin ist ein gegen Fadenwürmer und Ektoparasiten (Milben, Läuse, Zecken) wirksamer antiparasitärer Wirkstoff, der in der Tiermedizin breite Anwendung findet. In der Humanmedizin wird er unter anderem zur Therapie der Flussblindheit, lymphatischen Filariasis (Elephantiasis), bei Fadenwurminfektionen des Darms, gegen Krätze, Kopf- und Filzläuse eingesetzt. Gut ist, dass das Medikament auch gegen die fett unterlegten Erkrankungen als Round-up wirksam ist. Für Exkursionsteilnehmer aus Tübinger Wohngemeinschaften sowieso von Vorteil.

Ein weiterer Parasit, eine Sandflohlarve, der Exkursion von 2003 befindet sich übrigens als Sammlungsstück in der Zoologischen Schausammlung der Universität.

RR

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Alta Floresta – ein historischer Rückblick

Alta Floresta ist seit 2006 unser Ausgangspunkt, von wo aus wir zum Rio Teles Pires starten, manchmal mit Problemen, selten ohne. Dort geht es dann die letzten Kilometer per Boot zum Rio Cristalino.

Alta Floresta ist eine junge Stadt. Ariosto da Riva, Dona Vitórias Vater gründete die Stadt 1976, die heute 50.000 Einwohner zählt. Das erfuhren wir im hiesigen Museum.

Das Museum von Alta Floresta

 Foto: RR

Das naturhistorische Museum von Alta Floresta wird  von der Universität UNEMAT, der Universität des Staates Mato Grosso, „Campus Alta Floretsa“, dem Bürgermeisteramt und einer Kulturstiftung der Stadt unterhalten.

Prof. Dr. Jesus da Silva Paixão

Foto: RR

 

Prof. Dr. Jesus da Silva Paixão, Geologe an der UNEMAT, führte uns durch das Museum, hier am Eingang zum Ausstellungssaal „Riesenfaultier“.

Ariosto da Riva kam in den 1970er Jahren von Paraná nach Mato Grosso. Im Alter von rund 60 Jahren verliess er Paraná, wo er mit der Erschliessung Nordparanás beauftragt war. Ariostp kaufte ein Grundstück in der Nähe, wo heute Alta Floresta liegt, und warb Paranaenses, also Bewohner aus dem Bundesstaat Paraná für die Gegend an.

1972 konnte Ariosto 400.000 ha kaufen, die über ein Unternehmen in Rio de Janeiro zum Verkauf stand. Danach gab die Regierung 630.000 ha zum Verkauf frei, mit dem Ziel die Gegend zu erschliessen und zu kolonisieren. Ariosto erwarb nochmals 400.000 ha. Heute erstreckt sich der Familienbesitz über die drei Gemeinden Alta Floresta, Paranaita und Apiacás, in dem sich der jüngst gegründete Nationalpark Juruena befindet.

Ariostos Plan war, dass sie als Kleinbauern „ökologische Produkte anbauen – und das in den 70er Jahren. Der Lebensunterhalt sollte durch die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte Amazoniens gesichert werden, Produkte, die damals im südlichen Brasilien nur von Erzählungen her bekannt waren. Rinderzucht und die damit verbundene Abholzung des Regenwaldes zur Weidegewinnung waren nicht sein Ziel.

Der erste Topograph kam zu einer vorläufigen Vermessung und begann mit den Planungen der 147 km langen Strasse J-1, die die Bundesstrasse BR-163 mit Alta Floresta verbindet. Dazu mussten unzählige Picaden, also Schneisen, und provisorische Versorgungscamps angelegt werden, sowie der Rio Teles Pires mit einer selbstgezimmerten Fähre überquert werden. 1974 baute Ariosta da Riva die Strasse bis zum Rio Teles Pires und legte den Grundstein für die elektrische Versorgung der Stadt. Am 19.5.1976 trafen die ersten vier Lkws mit Ziegelsteinen ein – Alta Floresta konnte gebaut werden. Unter den ersten Gebäuden waren eine Schule, das Krankenhaus, ein Hotel, ein Sägewerk und ein Tante Emma-Laden. Am 19.9.1977 wird Alta Floresta zum Distrikt ernannt, die Flughafenpiste wird geplant und gebaut. Heute hat der „internationale Flughafen“ Alta Floresta mit seiner 2.500 m langen Landepiste angeblich eine längere Piste als der internationale Flughafen Cuiaba e Brasilia, grösste im Centrooeste. Schwer zu glauben.

Die Stadt gedeiht. 1978 beenden die ersten Schüler die Schule. 1979 wird die Gemeinde eingerichtet, die ersten Banken machen auf. Im März 1979 landet die erste Douglas DC-03, die einzige Verbindung nach aussen, wenn es regnete und die Strasse unpassierbar wurde.

Doch dann kam Vieles anders als gedacht. Die Kleinbauern „bauerten“ mehr recht als schlecht und als 1982 unvorhergesehener Weise Gold in der Gegend gefunden wurde setzte ein Goldrausch rein. Die Kleinbauern tauschten ihre Arbeit mit Hacke und Spaten, womit sie ihre Felder bewirtschaften, zum Goldschürfen ein. Glücksritter aus ganz Brasilien kamen in die bis dahin unbekannte Welt. Die Kleinbauern, die pequenos agricultores, waren für die Landwirtschaft verloren, bis der Goldrausch in den 1985 endete. Danach begannen sie mit der Rinderzucht mit all ihren Folgen. Der Verkauf von Edelholz wurde eine willkommene Einnahmequelle.

In der Zwischenzeit wird 1980 die erste evangelische Kirche gegründet, Präsident Figueiredo kommt auf Besuch. Am 15.11.1985 wird erstmalig ein Bürgermeister gewählt. 1990 stirbt Victórias Bruder bei einem Flugzeugabsturz. Präsident Collor kommt auf Besuch. 1991 wird die Universität UNEMAT, die Universidade do Estado de Mato Grosso, heute mit 1.000 Studierenden auf dem hiesigen Campus. 1992 stirbt der Gründer der Stadt. 2001 wird mit dem Bau des Museums der Stadt begonnen, das wir besucht haben. Es wird 2004 eröffnet.

Ariosto, Vitórias Vater (li.), ihre Grossmutter Alice (Mitte li.), Mutter Helena und Bruder Ludovico (re.).Ariosto, Vitórias Vater (li.), ihre Grossmutter Alice (Mitte li.), Mutter Helena und Bruder Ludovico (re.).

Ariosto da Riva, der Gründer der Stadt in den 1980er Jahren.

Vitória da Riva

Abfotografien: RR

Dona Vitória ist Pionierin auf dem Gebiet Ökotourismus. Für die vorbildliche Führung des Rio Cristalino-Gebiets und Ihrem Engagement im lokalen, aber auch globalen Umweltschutz wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Das erste Sägewerke

Abfotografie: RR

Erste Sägewerke wurden in Alta Floresta installiert.

Bürostuhl

Foto: RR

Im Museum von Alta Floresta steht dieser Bürostuhl, der erste von Vitórias Vaters Unternehmen in der Stadt. Dieses Ausstellungsstück wird laut RR nur durch sein Lieblingsexponat auf einer Fazenda bei São José dos Ausentes, Rio Grande do Sul, übertroffen, wo das Holzbein des verstorbenen Fazendabesitzers Hauptattraktion war.

Goldrausch in Alta Floresta zum Ende der 70er Jahre.

Abfotografie: RR

Aus der Zeit kurz nach dem Goldrausch stammt auch das Floresta Amazônica Hotel (1988), in dem wir untergekommenn sind. Zu Beginn bezahlten hier die Goldschürfer mit dem Edelmetall, schnödes Papiergeld war verpöhnt. Riva mochte die Golgräberei wegen der Umweltzerstörung nicht. Ebenso war er kein Freund der Rinderzucht. Heute grasen dagegen 700.000 Rinder in der Gemeinde Alta Floresta, im Mittel 14 Kopf Vieh pro Bewohner, ob alt, ob jung.

Heute, 2011, kehrt Alta Floresta zu den Ursprüngen zurück, ganz im Sinne von Aristo da Riva. Das Naturverständnis in der völlig ausgeräumten Landschaft hat einen neuen Kick bekommen,

Degradierte Flächen werden begrünt, Schutzgebiete werden und wurden errichtet, z.B. private Schutzgebiete oder der Parque Estadual do Cristalino, ein bundesstaatliches Schutzgebiet des Staates Mato Grosso. Auch Kleinbauern bauen wieder Obst und Gemüse im organischen, ökologischen oder biologischem Landbau an. Mal sehen, wie lange diese Mal.

Ein Gruß an Herrn Dr. E. Weber: Nicht nur der Elefant der Tübinger Schausammlung hat eine unnatürlich präparierte Wirbelsäule

Foto: RR

 

RR

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