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Nach zwei weiteren Flügen von Ilhéus – São Paulo – Porto Alegre, einer Übernachtung und einer 6-stündigen Fahrt in drei ultimativen T2 VW-Bussen auf die Forschungsstation Pró-Mata wechselte die Vegetationsform von Mata Atlantica zu Araukarienwäldern.

Die letzten Tage verbringen wir auf der Forschungsstation der Universität Tübingen.

Hinweisschild, eher nicht von spitzen Griffeln perforiert

Die vernebelte Landschaft und die weiten Schirmkronen der Araukarienbäume (Araucaria angustifolia) schufen eine fast magische Atmosphäre.

Sonnenaufgang über Pró-Mata

Spaß mit dem VW Bus

Die Situation des Araukarienwalds Südbrasiliens ist streckenweise weiterhin bedauernswert. Im Radtke Hain gedeihen dagegen die ausgebrachten Setzlinge gut.

Radtke-Hain (sic!)

In der 6. Woche auf Reisen wird eine Wäsche fällig.

Blick von der Terrasse der Forschungsstation

Einführung in die Geologie des Pró-Mata-Gebiets

Typische Aussicht auf der Serra Geral

Seriema, ein Graslandbewohner

Schwalbenweih (Elanoides forficatus) über Araukarie

Elanoides forficatus

Azurblauraben (Cyanocorax caeruleus)

Blick von der Station am Abend

Abendliches Seminar

Der frühere DAAD-Lektor, PD Dr. Göz Kaufmann, früher Porto Alegre und São Paulo, jetzt Uni Freiburg, trug am Abend zu seinem Spezialgebiet vor:

“Willst Dau, Hannes, noh Bresilje ziehe, wo Deich Schlange unn die Affe kriehe: Zur Integration portugiesischer Lehnwörter in drei deutschen Dialekten Südbrasiliens”.

Dies ist das Ergebnis mehrerer Forschungsaufenthalte bei Mennoniten, Hunsrück- und Pommernstämmigen Brasilianern, die auch 150 bis 80 Jahre nach der Einwanderung nach Brasilien noch Deutsch sprechen.

Ein Film zu Procyon cancrivorus.

 

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Rotalgenriff

Von der Reserva Michelin ging es zurück nach Ilhéus. Auf dem Weg dahin machten wir einen Stopp in Barra Grande. Nahe eines Mangrovenwaldes schnorchelten wir entlang eines Rotalgenriffs in Taipú de Fora. Im Vergleich zum Jahr davor hat das Riff sich ein wenig erholt. Dennoch waren viele Korallen von Braunalgen überwachsen, die ein Anzeiger für übermäßigen Nährstoffeintrag sind. Die Entdeckung verschiedenster Fische (Sparidae, Acanthuridae, Blennidae, Labridae) beeindruckte die Gruppe. Ein unter dem Riff versteckter Kugelfisch und das Entdecken von Walknochen am Meeresboden waren besonders interessant.

Aufbau eines Riffs

Polsterförmige Steinkoralle (Siderastrea stellata)

Kugelfisch (Fam. Tetradontidae)

Unterwassernacktschnecke auf ästigen Rotalgen

Fam. Blennidae

Rotalgen, die dem Riff ihren Namen geben (Rhodophyceae)

In Ilhéus wurde die brasilianische Gruppe verabschiedet. Am Morgen danach durfte die Gruppe noch einen wunderschönen Morgen verbringen, bevor es nach Pró-Mata ging. Zwei Aktivitäten standen zur Auswahl. Während die einen den einzigartigen Wochenmarkt und die Schokoladenfabrik besuchten, gingen die anderen Goldkopflöwenäffchen in der Cabruca suchen. Das gelang, leider ist auch diese Art stark gefährdet.

Goldkopflöwenäffchen (Leontopithecus chrysomelas), die auf Bambus herumturnen und sich dort ausruhen. Dem Nachwuchs von zwei kleinen Äffchen wurde das Klettern beigebracht.

Riesige Mengen an Obst und viele andere Dinge wurden auf dem Markt feilgeboten.

Auf der Forschungsstation begaben wir uns auf einen „kurzen“ 8-stündigen Ausflug in die Mata Atlantica. Kevin Flescher, ein renommierter Ökologe, erklärte uns das chaotische System um den Atlantischen Regenwald und zeigte uns die Vielfalt an Pflanzen, Früchten und Samen.

Der Projektleiter Kevin Flescher begleitete uns erneut, dieses Mal sogar an 2 Tagen. Seine Kenntnisse sind legendär, was Ökologie und übergreifende Zusammenhänge angeht.

Martin Ebner lauscht gebannt Kevins Worten

Am nächsten Tag besuchten wir Kautschukplantagen und schauten Jungpflanzen in der Baumschule an, die später ausgebracht werden sollen.

In der Baumschule

Kautschuk-Entnahme. Dafür werden schräge Schnitte angesetzt, um die gummiartige Flüssigkeit aufzufangen.

In Bahia: Wo Kautschuk ist, ist auch Kakao

Nachtexkursion: Ausgestattet mit Stirnlampen und einer ausreichenden Schicht No-Bite ging es um 20 Uhr bei Dunkelheit in den Wald, um uns mit unserem venezolanischen Guide Diego auf die Suche nach besenderten Bushmaster-Schlangen zu machen. Eine solche konnten wir bei unseren drei Suchansätzen leider nicht aufspüren, jedoch waren wir durchaus erfolgreich, was Frösche und Eidechsen anbelangt.

Gruppenbild vor der Suche nach dem Buschmeister

Enyalius catenatus

Lasiodora klugi

Imantodes cenchoa

Dendropsophus anceps

Als Gast schaute eine Regenbogenboa (Epicrates cenchria) vorbei.

Im Unterschied zu Tübingen werden beim Geoökologischen Geländepraktikum Vorträge auch noch gegen Mitternacht gehalten.

Ein kleiner Teil der ExkursionsteilnehmerInnen nahm die Mühen auf sich, bei außergewöhnlicher Hitze und Schwüle sich auf die Suche nach den Goldkopflöwenäffchen (Leontopithecus chrysomelas) zu begeben.
Der andere Teil, 90 %, widmete sich Gemüse und Obst auf dem mercado.
Außer den immer wieder schönen Äffchen trafen wir auch noch auf Markus Maute, den Profi-Naturfotografen, zu dem Rainer Radtke schon mehrere Jahre Kontakt hält und …

Lençois

In Lençois lernte Grupo Rainer zusammen mit 9 brasilianischen Studenten der UESC, Bahia, die Geologie der Gegend kennen. So konnten Lerneinheiten und gleichzeitig kultureller Austausch stattfinden.

Kalkstein gebildet von Cyanobakterienmatten. Untersuchung von Streich- und Fallwert. Leider fiel das Unterwasserschnorcheln in der Höhle aus. Was für eine Fischfauna hätte uns dort nur erwartet?

Auch die Botanik kommt nicht zu kurz (Trimezia juncifolia)

Ein Highlight der hohe Wasserfall im Nationalpark Chapada Diamantina. Der starke Wind weht das Wasser wieder zurück die Felswände hoch. Beim Näherkommen spürten wir schon die Wassertropfen ins Gesicht wehen.

Gesteinsschichten wechseln zwischen weichen und harten Materiallagen, die diese Landschaft formen.

Kuhl-Büscheläffchen (Callithrix kuhlii) in der Chapada Diamantina auf Stromkabeln

…diese Elektrifizierung auch im Detail:
Von verschiedenen Flüssen entnahmen wir Wasserproben im Nationalpark und um Lençois, um sie zu analysieren. Viele Flüsse wiesen einen sauren pH-Wert von 4 – 4.5 auf. Für weitere Analysen und Landschaftskartierungen brachen wir zur Forschungsstation Michelin auf.
Bei Lençois: Nur so konnten wir am Rio Mucugezinho ein paar Minuten mit Einheimischen das Fussballspiel Deutschland – Brasilien verfolgen.
Jimmy Page, Gitarrist und Gründer von Led Zeppelin, hat sich kürzlich in Lençois niedergelassen. Ganz in der Nähe unserer Pension.
Theorie im Freiland: Wo passt es besser, ein Referat über die Caatinga zu halten, als in der Caatinga selbst?

Campo Trupial in der Caatinga

Rio – Ilhéus

Wir sind jetzt 18 Leute. Viel Gepäck zum Einchecken in Rio. Und Ilhéus bei Nacht. Morgen geht es in die Caatinga.