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Bei unseren Wanderungen sahen wir unter anderem auch diese Arten:

Phasmide in ungewohnter Umgebung

Eine Art der Phyllostomidae

Nephila spec.

Bothrops jararaca

Dryocopus lineatus

Crescent chested puffbird (Malacoptila striata)

Auch hier nutzten wir Gelegenheiten für ausgiebige Erläuterungen und Referate.

An zwei Tagen hatten wir Gelegenheit, im RPPN Felicano Miguel Abdala Bei Ipanema, MG, die Northern Muriqui (Brachyteles hypoxanthus) zu besuchen. Roberto führte uns wieder in seiner unnachahmlich freundlichen Art durch den Wald.

Durch die Gelbfieberepidemie in Minas Gerais leiden auch die Primaten. Die Population der Brüllaffen st um ca. 80% eingebrochen, so dass der Wald im Vergleich zu den vergangenen Jahren fast gespenstisch still erscheint, wären da nicht noch die Zikaden und diverse Vogelarten.

Einer der wenigen Brüllaffen (Alouatta clamitans), die hier noch leben.

Wir sahen auch zwei Gruppen Kapuzineraffen (Sapajus nigritus).

Ipanema

Inzwischen sind wir nach Osten weiter gefahren, haben in der Kaffeeanbauregion um Manhuaçu an einer Kaffeeplantage kurz angehalten…

…haben wieder im Memorial Cotochés zu Mittag gegessen und haben nette Postkarten bekommen…

…und sind dann in Ipanema angekommen, von wo aus wir zwei Tage damit verbracht haben, die Northern Muriquis zu suchen.

 

Anlässlich des 200jährigen Jubiläums der Expedition von Spix und Martius folgt die Tübinger Exkursion in Minas Gerais und Rio de Janeiro, danach in Süd-Bahia, den Spuren des Zoologen Spix und des Botanikers von Martius.

Seitens des Martius-Staden-Instituts aus São Paulo wird dazu ein Filmprojekt durchgeführt, bei dem wir bei einzelnen Etappen dabei sind. In Diamantina trafen wir uns mit Eckard Kupfer, dem Leiter des Martius-Staden-Instituts,  Willi Bolle, emeritierter Professor für Literaturwissenschaften der USP und zwei Kameraleuten.

In Serro trafen wir wieder aufeinander und bestiegen zusammen den Pico de Itambé, den wohl Spix und Martius als erste Weiße bestiegen hatten.

Ein Teil der Gruppe auf dem Gipfel des Pico do Itambé

Im Kloster Caraça ließ sich dann wiederholt der Mähnenwolf filmen. Lucas Assis aus Belo Horizonte und erneut Lehrbeauftragter der Universität Tübingen erläuterte im Freiland allerlei Martius-Relevantes. Am Abend hielt Radtke vor laufenden Kameras einen Einführungsvortrag zu Spix, Michael Koltzenburg zu von Martius.

Kupfer und Bolle machten sich dann auf den Weg nach Ouro Preto, während wir uns weiterhin der Fauna und Flora der Serra do Espinhaço widmeten, immerhin das Gebiet mit dem weltweit höchsten Endemismusanteil.

Nach unserer Ankunft im Kloster Caraça am 6.3. eilten wir zum Abendessen und warten danach auf den Mähnenwolf.

Als erstes pirschte sich ein Crab Eating Fox (Cerdocyon thous) an, erschien aber nicht auf der Empore, zwei weitere gesellten sich kurzeitig hinzu. Durch die Fütterung ist die Population der früher in Caraça individuenarmen Art deutlich angestiegen. Wir diskutierten die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen, bei denen ja in Wildtierpopulationen eingegriffen wird.

Leider fing es gegen 23 Uhr an zu regnen, ein Wetter, bei dem sich der Mähnenwolf nur ungern blicken lässt. Mal sehen, wie lange es die neugierigen BeobachterInnen heute Nacht aushalten…

Gegen 1:15 Uhr erschien tatsächlich ein Mähnenwolf, aber da waren alle im Bett, bis auf einen der uns begleitenden Kameramänner, der immerhin ein kurzes Video drehen konnte.

Am zweiten Abend war es dann so weit.

Padre Palu (Mitte) erläuterte – auf deutsch übersetzt von Rainer – vor großem Publikum Details aus dem Leben der Mähnenwölfe.

Bei idealem Wetter erschien tatsächlich eins der schönen Tiere und ließ sich trotz des Blitzlichtgewitters nicht vom Fressen abhalten.

In der Besucherordnung für das Kloster stehen inzwischen Verhaltensmaßregeln, an die sich die fast 50 (!) Leute tatsächlich einigermaßen hielten.

Gegen später, als die meisten Leute ins Bett verschwunden waren, wurde die Atmosphäre dem Wildtier allerdings angemessener.

Nachts um kurz nach ein Uhr erlebte Sara – im Schlafsack vor der Kirchentür liegend – noch einen merkwürdigen Besucher:

Rainer wurde von Sara geweckt und konnte auch noch einen Blick erhaschen…

Ein Tapir (Tapirus terrestris) wurde schon gelegentlich an dieser Stelle beobachtet.

Und diese Aussicht muss der Tapir in etwa gehabt haben, nur im Dunklen:

Manche Vogelarten profitieren von der Fütterung:

Saffron Finch (Sicalis flaveola)

Vater, Mutter, bettelnder junger Safranfink (v.r.n.l.)

Auch ein Körnerfresserschnabel tut sich zuweilen an einem Hühnerknorpel gütlich.

Wenn die Fütterung der  Safranfinken erfolgt ist, versuchen auch einige Morgenammern, auch Rostscheitelammer oder Braunnacken-Ammer genannt (Zonotrichia capensis), sich an dem Gewusel zu beteiligen.

Auch ein Palm Tanager (Thraupis palmarum) versucht sich an den Resten des Festes.

Dusky-legged Guan (Penelope obscura)

 

Und der Gelbkopfkarakara (Milvago chimachima) schaut sich das morgendliche Geschehen von oben an.

Der Hühnerfresser (Spilotes pullatus) hingegen von unten. Rainer barg ihn aus dem Keller.

Auf verschiedenen Trails wurden weitere bemerkenswerte Arten beobachtet, z. B. Bothrops neuwiedi:

Oder wieder mal ein Tapir (Tapirus terrestris), dieses Mal im Wald:

Hybrid zwischen Callithrix geoffroyi und Callithrix penicillata, wie schon des öfteren von uns hier beobachtet, z. B. 2013, vergleiche auch z. B. Fuzessy et  al. (2014):

Ein Morpho-Falter (Morpho achilles):

Auch die Botanik lässt sich nicht lumpen:

Augastes scutatus, vgl. auch Blog 2013

Vellozia compacta Mart. ex Schult. & Schult.f., eine der zuerst von Martius beschriebenen Arten, dieses Jahr in Vollblüte!

Vellozia compacta Mart. ex Schult. & Schult.f.

Oncidium warmingii, Orchidaceae

Cambessedesia hilariana, Melastomataceae

Blepharodon ampliflorum, Apocynaceae, vgl. Blog 2016

Alstroemeria ochracea, Alstroemeriaceae, eine 2002 beschriebene Art

Pseudolaelia corcovadensis, Orchidaceae. Zur Differenzierung der Pseudolaelia-Arten siehe Neto et al. (2013). Fieldguide here.

Grobya amherstiae Lindl., Orchidaceae.
Zur Blütenökologie siehe z. B. Mickeliunas et al. (2006)

Gleichenia spec.

Cattleya longipes (Rchb.f.) Van den Berg, syn.: Laelia fournieri (Cogn.) (F.E.L.Miranda, Bradea 6: 156 (1993) Sophronitis fournieri (Cogn.) Van den Berg & M.W.Chase, Lindleyana 15: 117 (2000) Hoffmannseggella fournieri (Cogn.) V.P.Castro & Chiron, Richardiana 2: 22 (2002)

vgl. auch link

Im Vordergrund Vellozia asperula var. filiformis, Velloziaceae, im Mittelgrund Actinocephalus bongardii (St. Hilaire) Sano

Lychnophora pinaster Mart., Arnica-Mineira

Mähnenwolf-Spur in feuchtem Lehm

Einen typischen Duft der Region kann man aufgrund ätherischer Öle von Vellozia echinata wahrnehmen.

Blick in den Cerrado-Wald