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Posts Tagged ‘Bothrops jararaca’

Bei unseren Wanderungen sahen wir unter anderem auch diese Arten:

Phasmide in ungewohnter Umgebung

Eine Art der Phyllostomidae

Nephila spec.

Bothrops jararaca

Dryocopus lineatus

Crescent chested puffbird (Malacoptila striata)

Auch hier nutzten wir Gelegenheiten für ausgiebige Erläuterungen und Referate.

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Nach einer weiteren längeren Fahrt sind wir, von Jequitonhonha kommend, in der Serra Bonita, einem gut 2200 Hektar großen RPPN in der Mata Atlântica angekommen.

Wilhelm macht alles klar für den Besuch auf der Serra Bonita.

Wilhelm macht alles klar für den Besuch auf der Serra Bonita.

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Blick von der Terrasse des Hauptgebäudes über den Küstenregenwald und die Stadt Camacan nach Osten zum Atlantik

Nachdem wir im Morgengrauen in der Forschungsstation aufgestanden sind, um die enorme Artenvielfalt der Vögel zu erahnen, werden wir uns heute ein Bild eines noch bestehenden Primärwaldbestandes erwandern. Von nun an werden uns Prof. Dr. Mirco Solé von der Universidade Estadual de Santa Cruz in Ilhéus, Bahia, und Dr. Martin Ebner von der Universität Tübingen durch die tropische Biologie führen. Von der UESC begleiteten uns Studierende: Indira Castro, Jéssica Lago, Beatriz Kellen, David Hafner und Maiara Alves.

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Dr. Ebner beim Erläutern der Höhenverbreitung der Baumfarngattungen

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Verschwitzt und durchgenässt (nach Feature auf DLF, 30.11., 16:30 Uhr): Bei amphibischem Wetter erläutert Dr. Solé die Auswirkungen des Klimawandels auf die Höhenverbreitung von Amphibienarten.

Wir hofften vergeblich auf Sichtung der Primatenarten

• Southern-Bahian Masked Titi Monkey (Callicebus melanochir);
• Wied’s Black-tufted-ear Marmoset (Callithrix kuhlii)*;
• Yellow-breasted Capuchin (Cebus xanthosternos);
• Golden-headed Lion Tamarin (Leontopithecus chrysomelas).

Ausgestorben sind der Northern Muriqui (Brachyteles hypoxanthus) und der Brown Howler Monkey (Alouatta guariba).

*: Die Art wurde 1985 von Coimbra-Filho beschrieben und heißt auf deutsch Kuhl-Büschelaffe. Die Verwirrung um den gültigen Namen wird in IUCN dargestellt; Wied-Neuwied hatte 1826 wohl einen Bastard beschrieben. Interessanterweise war auch uns 2013 in Caraça ein möglicher Bastard aufgefallen!

In der ersten Nacht kletterte über unseren Köpfen bereits ein Wickelbär (Potos flavus) in den Baumkronen herum und ein Hammerfrog Hypsiboas faber (Wied-Neuwied, 1821) hämmerte seinen Ruf in die beginnende Nacht, als wir noch auf den Allrad-Transport zur Forschungsstation warteten.

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Aus: Abbildungen zur Naturgeschichte Brasiliens. Herausgegeben von Maximilian, Prinzen von Wied-Neuwied Published 1822 by im Verlage des Grossherzogl. Sächs. priv. Landes-Industrie-Comptoirs in Weimar.

Auf der Suche nach Amphibien (Liste der bekannten Amhibien-Arten der Serra Bonita) im feuchten Laub des epiphytenreichen Regenwaldes fanden wir eine Pristimantes-Art.

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In der Nacht fanden wir einen auch in Wieds Reisebericht erwähnten Schnellkäfer Pyrophorus spec. (Elateridae) mit Leuchtorganen:

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Eine Nachtwanderung ergab die nächste Wied-Art, und zwar die Jararaca-Lanzenotter Bothrops jararaca Wied, 1824.

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Aus: Abbildungen zur Naturgeschichte Brasiliens. Herausgegeben von Maximilian, Prinzen von Wied-Neuwied Published 1822 by im Verlage des Grossherzogl. Sächs. priv. Landes-Industrie-Comptoirs in Weimar.

Blühende Bäume in der Serra Bonita:

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Inzwischen sind wir nach acht Stunden Busfahrt durch die hügelige, kleinlandwirtschaftliche, von heftiger Erosion gezeichnete Landschaft in Ipanema (die Stadt heißt nur so wie der Strand in Rio de Janeiro) im Osten von Minas Gerais angekommen und holen unseren nächsten Wolkenbruch ab. Manche verloren sich in der endlosen shopping-mall von Ipanema…

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Kaffeeplantagen unterwegs, im mittleren Foto mit jungen gepflanzten Mahagoni-Bäumen

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Rainer Radtke entspannt sich vor dem Hotel in Ipanema

Die Suche nach den Spinnenaffen / Muriqui (Brachytheles hypoxanthus) im RPPN Feliciano Miguel Abdala war am ersten, regnerischen Tag erfolglos. Rainer hielt einen einführenden Vortrag über den Spinnenaffen und die Beonderheiten der Fazenda, auf der die Art dank der Voraussicht des Vorbesitzers bis heute überleben konnte.

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Immerhin kamen uns die hiesige Brüllaffen-Art (Alouatta guariba, ehemals. A. fusca) und Kapuzineraffen (Cebus apella) vor die Linsen und Callithrix flaviceps vor die Ohren. Außerdem fanden wir einen Hornfrosch (Proceratophrys boiei, Leptodactylidae), den Rainer selbstverständlich artgemäß aus der Froschperspektive [sic!] fotografierte:

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Der zweite Tag hingegen war ein voller Erfolg! Neben Brüllaffen und Kapuziner-Affen konnten wir in Ruhe zwei Gruppen der Muriqui-Affen beobachten, die in den Bäumen über uns umherkletterten und reichlich Pflanzennahrung zu sich nahmen.

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Die Tiere sind individuell am Gesicht und teilweise auch an ihrer Stimme erkennbar. Eine Wissenschaftlerin aktualisiert derzeit die „Passfotos“ einer Gruppe von 126 Tieren. Unser Guide erkannte ein Weibchen wieder, das er seit 20 Jahren beobachtet!

Beim Abstieg von einem Trail stolperten wir buchstäblich über eine schöne Bothrops jararaca (vgl. Liste der Reptilien Brasiliens):

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Wie gingen einen überwachsenen Weg entlang, der von zahlreichen Netzen einer Seidenspinnen-Art (Nephila spec.) mit ihren gelblichen Spinnfäden überspannt war.

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Eine Seidenspinne mit einem erbeuteten Käfer in ihrem Netz. Größere Beutetiere wie in manchen Mitteilungen erwähnt (1,   2) konnten wir aber nicht entdecken.

Drama in der Mata Atlantica

Als wir uns gerade von der Bothrops jararaca  losgerissen hatten und 100 Meter weiter den rutschigen Lehmhang hinabliefen, entdeckten wir einen nervös herumfliegenden und Warnsignale ausstoßenden weiblichen Kolibri der Art Thalurania glaucopis. Bei näherer Betrachtung eines Baums fanden wir eine ca 1,60m lange Schlange der Art Clelia clelia, die sich einem Kolibrinest näherte. Verzweifelt versuchte das Kolibriweibchen, durch dichtes Anfliegen der Schlange diese abzulenken, währens diese allerdings immer weiter vorwärts kroch. Angelockt von den Warnrufen des Kolibriweibchens näherte sich ein weiterer Kolibri der Art Phaethornis ruber, um sich einen Überblick über die Lage und den potentiellen Feind zu verschaffen.

Erst als unser Guide Lucas die Verzweiflung des Kolibriweibchens nicht mehr mitansehen konnte und in die Situation eingriff, indem er versuchte, die ungiftige Natter vom Baum zu holen, schlängelte diese mit wild zitterndem Schwanzende in die höheren Bäume zurück. Das Kolibriweibchen stellte der Schlange noch kurze Zeit nach. Bei Begutachten des Nestes fand Lukas allerdings weder Eier noch Jungtiere. Entweder war die Schlange schon dort gewesen, um die Küken zu fressen und wartete nun auf die zurückkehrende Mutter oder das Nest war noch leer gewesen.

Die Schlange aus der Familie der Nattern (Colubridae) gehört zur Gattung der Mussuranas (Clelia spec.). Die Körperlänge kann bei adulten Tieren von 1,50m bis zu 2,40m variieren. Interessant ist auch, dass diese Art immun gegen das Gift anderer Schlangen wie den Lanzenottern (Bothrops spec.) ist. Sie ernährt sich meist von anderen Schlangen, Schleichen und Echsen. Mussuranas besitzen 10-15 proteroglyphe Zähne, mit denen sie versuchen, den Kopf anderer Schlangen zu packen und sich dann um diese winden, weshalb sie auch Pseudoboas genannt werden.

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Links die Schlange, sich dem Kolibrinest nähernd, in der Mitte das Kolibriweibchen, rechts der Kopf der züngelnden Schlange

Jonas Benner

Nach den Führungen überreichte Rainer unserem Guide Roberto ein Exemplar des Buches über die Fritz-Müller-Ausstellung.

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