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Posts Tagged ‘Didelphis albiventris’

Am ersten Wochenede meines Praktikums wurden wir von Felipe Coutinho Batista Esteves zu einem technical visit seiner Institution „Mantenedor Bem Viver“ eingeladen. Lucas hatte ihn über Facebook kennen gelernt, mit dem Hintergrund Pflanzen tauschen zu können und so gegenseitig die Sammlungen erweitern zu können. Im Jahr 2010 gründete Felipe im Stadtbezirk Betim, Minas Gerais, die Wildtierstation, die von der IBAMA reguliert und in Kategorie 20.12 registriert ist. Ziel ist es die einheimische Fauna zu schützen und überlebensfähige Populationen aufrecht zu erhalten. Auf der Station leben momentan etwa 120 wilde Vögel und Säugetiere, darunter ein Crab eating fox (Cerdocyon thous), 2 Pumas (Puma concolor), ein Jaguar (Panthera onca),
3 Brüllaffen, ein Opossum und Ocelots (Leopardus pardalis), welche nicht in ihr natürliches Habitat zurückkehren können.

Amazona aestiva

Hyazinth-Ara Anodorhynchus hyacinthicus

Panthera onca

Panthera onca

Puma concolor

Cerdocyon thous

Didelphis albiventris

Diese Tiere litten unter schlechter medizinischer Behandlung, Verletzungen aus dem Straßenverkehr oder illegalem Handel. Mit großem Einsatz wird die Institution permanent renoviert. Alle entstehenden Kosten werden vom Gründer selbst übernommen. Es ist gut vorstellbar, dass es mit enormen Kosten verbunden ist für alle Tiere eine gewisse Lebensqualität aufrecht zu erhalten, weshalb die Institution stets nach neuen Partnern sucht, sodass das Projekt erfolgreich fortgeführt werden kann. An beiden folgenden technical visits wurden wir stets von Felipe begleitet.

Vielen Dank Felipe
Muito obrigado Felipe

Philipp G.

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Während sich die Exkursionsgruppe von Rio de Janeiro aus auf den Weg machte, das geoökologische Praktikum anzutreten, verließ ich, zusammen mit Lucas, welcher uns seit dem Pantanal begleitete, die Gruppe und begann mein vierwöchiges Praktikum in Diamantina.
Ziel des Praktikums war es, die ökologische Relevanz der Palmengattung Syagrus für Wirbeltiere im Campo Rupestre-Ökosystem in der Umgebung von Diamantina zu zeigen. Hierfür wurden die 4 dort vorkommenden Arten der Palmen-Gattung Syagrus (S. romanzoffiana, S. glaucescens, S. pleioclada, S. flexuosa) sowie zwei natürliche Hybride (S. x serroana & S. x andrequiceana),
die von Lucas und Kelen, welcher uns zeitweise in Minas Gerais ebenfalls begleitete, beschrieben wurden, mit Kamerafallen und Lebendfallen des Typs Tomahawk überwacht. Es wurde vor allem Wert darauf gelegt, welche Arten sich von den Früchten oder Samen der Palmarten ernähren, also die Pflanzen entweder lediglich als Nahrungsquelle nutzen, bei der Verbreitung der Samen eine wichtige Rolle spielen oder aber eben diese durch Fressen der Samen verhindern.

Syagrus romanzoffiana (Cham.) Glassman

 

Syagrus glaucescens Glaziou ex. Becc.

 

Syagrus pleioclada Burret

 

Syagrus flexuosa (Mart.) Becc.

Gefressene Früchte von S. glaucescens

Geknackte Samen der 4 Pflanzenarten

An je 10 Standorten pro Woche wurden 4 Lebendfallen installiert, die jeden Vormittag überprüft wurden. Alle Lebendfallen fingen stehts lediglich eine Nagetierart: Trichomys aperioides.

Trichomys aperioides

Jeweils 2 Fotofallen wurden auf eine Palme gerichtet, eine Fotofalle dabei auf den reifen Fruchtstand zeigend und eine weitere auf den Boden gerichtet, um die Aktivität an den gefallenen Früchten zu zeigen. Im Gegensatz zu den Lebendfallen war die zoologische Vielfalt der Arten auf den Fotofallen größer. Zum momentanen Zeitpunkt ist die Auswertung aller Kamerafallen-Daten noch nicht gänzlich abgeschlossen, weitere Tierarten sind also möglich.

Cyanocorax cyanopogon Wied

Cyanocorax cyanopogon Wied

Turdus albicollis Vieillot

Turdus rufiventris Vieillot

Didelphis albiventris Lund

Trichomys aperioides

Sylvilagus brasiliensis

Während meiner vier Wochen aufenthalt gab es natürlich botanisch und zoologisch noch weiteres interessantes:

Vellozia glabra J. C. Mikan

Vellozia variabilis Mart.

Barbacenia flava Mart. ex. Schult. & Schult. f.

Cinnamon tanager Schistochlamys ruficapillus

Lasiodora klugi

Polychrus acutirostris Spix

Polychrus acutirostis Spix auf Stryphnodendron adstringens Mart.

Philipp G.

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Nach  zwei Nachtflügen erreichten wir planmäßig Belo Horizonte, von wo aus wir mit zwei Kleinbussen nach Diamantina fuhren. Wir richten uns mal wieder im Netz ein und bemühen uns, endlich interessante Neuigkeiten mitzuteilen.

Sonnenaufgang über São Paulo

Sonnenaufgang über São Paulo

Die Ankunft in Diamantina wurde von einem Gewitterregen begleitet, der die steilen Pflaster-Straßen des Ortes in reißende Bäche verwandelte.

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Anschließend brach einer der beiden Transporter beim Parken mit einem Hinterrad in eine untergespülte Betonplatte ein, aus dem er mit einem Abschleppkran wieder herausgezogen werden musste. Außer ein paar kleinen Kratzern am Lack war nichts passiert…

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Aus Verzweiflung, Heimweh oder einfach weil er nicht lesen konnte oder wollte, biss ein Teilnehmer der Exkursion – der Name sei hier aus Pietätsgründen verschwiegen – in Erwartung eines süßen Bissens in ein Stück Seife.

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Tagsüber oder abends ohne Regen erscheint die Stadt, deren Zentrum in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen wurde, deutlich freundlicher.

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Abends erschien ein Weißohr-Opossum (Didelphis albiventris) in der Pension.

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