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Posts Tagged ‘Lateritböden’

In den Tropen sind die meisten Böden vor allem durch den hohen Niederschlag und Temperatur und damit durch die hohe chemische Verwitterung mit Bodentiefen von bis zu 50 m tiefgründig, jedoch meist sehr nährstoffarm und dadurch unfruchtbar. Mehrere Millionen Jahren im feucht-warmen Klima haben das Ausganggestein tief verwittert und die im Boden enthaltenen Mineralien ausgewaschen. Zurück blieben die schlecht verwitterbaren Eisenoxide und Aluminiumoxide, die die für die Tropen charakteristischen orange-roten  Böden (Lateritböden) bilden. Zudem gibt es aufgrund der klimatischen Bedingungen kaum eine Streuauflage bzw. keine Humusschicht, da alles anfallende Material in kürzester Zeit in den Nährstoffkreislauf zurückgeführt wird.

Steile, riesige rote Hangflächen stechen uns immer wieder ins Auge, darauf Bagger, Kräne und Lastwagen, die dort Siedlungen entstehen lassen. Die Straße wird einspurig, da ein kleiner Hangrutsch die Gegenspur blockiert. Auch schlammige Flüsse, die wir bei der Fahrt durch den Osten von Minas Gerais gesehen haben, zeugen von hohem Bodenverlust durch Bodenerosion.

Durch das Abholzen der Hangflächen wird dem Boden der letzte mögliche Rückhalt durch die Wurzeln der Pflanzen genommen, auch die Krautschicht ist durch verbreitete Beweidung oft lückig. Verstärkend kommt dazu, dass der Boden nicht mehr genug Wasser aufnehmen kann und es können kleine, aber auch große Schlammlawinen entstehen, die in Siedlungsbereichen fatale Folgen haben können. Obwohl dieses Problem bekannt ist und schon zahlreiche Menschenleben gekostet hat, wie 2011 in Petropolis in der Nähe von Rio de Janeiro (12) , wird trotzdem weiter so gebaut. Gründe dafür sind in den schnell wachsenden Städten wohl der Platzmangel und eine eher dürftige Bauleitplanung.

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Jonas Benner

P.S.: Dieser Artikel war kaum hochgeladen, schon kam die nächste Meldung von Erdrutschen in Petropolis…

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