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Posts Tagged ‘Leopardus pardalis’

Am letzten Wochenende vor meinem Rückflug, machten wir uns gemeinsam mit Veterinär Felipe zu einem letzten technical visit bei „Asas e amigos“ auf.

Die etwa 3000 m² fassende Station der NGO Asas e amigos (Flügel und Freunde) befindet sich in Juatuba in der Metropolregion um Belo Horizonte in Minas Gerais und wird von Marcos de Mourão Motta, der seit 29 Jahren auch ein Veterinär-Klinikum in Belo Horizonte besitzt, geleitet. Er ist einer der wenigen Menschen der Umgebung, die sich nicht nur um Haustiere, sondern auch um wilde Tiere kümmern. In Belo Horizonte gebe es lediglich 6 weitere Ärzte, die dies tun. Die Klinik behandelt dabei alle Tiere die ausgesetzt wurden, verletzt oder krank sind. Die meisten Tiere gelangen durch die Ibama oder die Umweltpolizei dorthin. Nach der Behandlung im Klinikum ist zu entscheiden, was mit den Tieren geschieht. Sind die Tiere dann wieder gesund, wird versucht sie in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückzuführen. Zu diesem Zweck werden diese Tiere wieder der IBAMA übergeben.
Die Tiere die schließlich in der Station in Juatuba landen sind jene, die nach ihrer Behandlung in freier Wildbahn nicht mehr lebensfähig sind, sei es wegen fehlenden Flügeln, fehlenden Beinen, gebrochenem Schnabel, Blindheit oder auch lediglich fehlender Angst vor Menschen. Manche Tiere können anschließend an andere Zuchtprogramme übergeben werden, doch gibt es hierbei zwei Probleme: Zum einen fehlt die Infrastruktur, verschiedene Plätze für wilde Tiere zu finden, da sich zu wenig Leute für wilde Tiere interessieren, zum anderen scheint das Aussehen der Tiere eine Rolle zu spielen, so Marcos. „Tiere, die äußerlich gesund scheinen und süß sind, kann ich teilweise an andere Leute vermitteln, doch die „hässlichen“ oder „behinderten“ will niemand, um diese kümmere ich mich“ sagt der Veterinär.
Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, kommen in den Brutbereich der Station, in der Hoffnung deren Jungtiere wieder auswildern zu können. Für die Elterntiere sowie alle anderen Individuen in Juatuba wird bis zu deren Lebensende gesorgt. Um dies zu gewährleisten beschäftigt Marcos in der Station in Juatuba drei Mitarbeiter die ihm Helfen, sich um die Tiere zu kümmern. Die 14.000 Real, die jeden Monat für die Nahrung der Tiere benötigt werden, bezahlt Marcos aus seiner eigenen Tasche mit den Einnahmen, welche die Tierklinik verzeichnet. Das ist es ihm wert, um das Überleben seiner Familie – die Tiere der Station – zu sichern, wie er sagt und er werde auch nicht damit aufhören. Zu dieser Familie zählen etwa 250 wilde Vögel, Mazamas, ein Maultier, 3 Pferde, 2 Große Ameisenbären, 2 Tayras, 2 Ozelots, 38 Katzen, 20 Hunde, etliche Affen und einige Schildkröten.

Cariama cristata

Chauna torquata

Ramphastos bicolorus

Pulsatrix perspicillata

Asio clamator

Leopardus pardalis

Philipp mit Leopardus pardalis

Mazama americana

Myrmecophaga tridactyla

Myrmecophaga tridactyla

Marcos mit Myrmecophaga tridactyla

Momentan befinden sich also etwa 500 Tiere auf der Station, doch die Zukunft sei beängstigend. „Heute haben wir 500 Tiere. Morgen sind es vielleicht 600 und bald 800. Ich werde meine Türen für kein einziges Tier schließen, aber ich benötige Partnerschaften und jegliche Hilfe, die ich nur irgendwie bekommen kann“, sagt Marcos.

Philipp und Marcos

Artikel und weitere Informationen: 1,   23

Vielen Dank Marcos
Muito obrigado Marcos

Philipp G.

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Am ersten Wochenede meines Praktikums wurden wir von Felipe Coutinho Batista Esteves zu einem technical visit seiner Institution „Mantenedor Bem Viver“ eingeladen. Lucas hatte ihn über Facebook kennen gelernt, mit dem Hintergrund Pflanzen tauschen zu können und so gegenseitig die Sammlungen erweitern zu können. Im Jahr 2010 gründete Felipe im Stadtbezirk Betim, Minas Gerais, die Wildtierstation, die von der IBAMA reguliert und in Kategorie 20.12 registriert ist. Ziel ist es die einheimische Fauna zu schützen und überlebensfähige Populationen aufrecht zu erhalten. Auf der Station leben momentan etwa 120 wilde Vögel und Säugetiere, darunter ein Crab eating fox (Cerdocyon thous), 2 Pumas (Puma concolor), ein Jaguar (Panthera onca),
3 Brüllaffen, ein Opossum und Ocelots (Leopardus pardalis), welche nicht in ihr natürliches Habitat zurückkehren können.

Amazona aestiva

Hyazinth-Ara Anodorhynchus hyacinthicus

Panthera onca

Panthera onca

Puma concolor

Cerdocyon thous

Didelphis albiventris

Diese Tiere litten unter schlechter medizinischer Behandlung, Verletzungen aus dem Straßenverkehr oder illegalem Handel. Mit großem Einsatz wird die Institution permanent renoviert. Alle entstehenden Kosten werden vom Gründer selbst übernommen. Es ist gut vorstellbar, dass es mit enormen Kosten verbunden ist für alle Tiere eine gewisse Lebensqualität aufrecht zu erhalten, weshalb die Institution stets nach neuen Partnern sucht, sodass das Projekt erfolgreich fortgeführt werden kann. An beiden folgenden technical visits wurden wir stets von Felipe begleitet.

Vielen Dank Felipe
Muito obrigado Felipe

Philipp G.

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Auch dieses Jahr wurden wieder Trapcams aufgehängt, um zu sehen was sich vor allem nachts so in den Wäldern herumtreibt. An drei verschiedenen Stellen lief uns ein Flachlandtapir (Tapirus terrestris) in die Fotofalle. An einer Salzlecke am Paranuss-Trail handelte es sich um ein Jungtier – es war noch teilweise eine gestreifte Fellzeichnung zu erkennen. Die anderen beiden Exemplare waren ausgewachsene Tiere. Diese nachtaktiven Pflanzenfresser sind Einzelgänger. In einer Nacht kam auch ein einzelnes Paca (Agouti paca) zur Salzlecke. Es ist gut an den Reihen weißer Punkte auf den Körperseiten zu erkennen. Im Ökosystem Regenwald spielt es eine wichtige Rolle als Verbreiter von Samen. Tagsüber waren natürlich wieder zahlreiche Pekaris zu beobachten, die sich im Schlamm drängten. Dabei handelte es sich ausschließlich um Weißbart-Pekaris (Tayassu pecari). Im Gegensatz zum Halsband-Pekari (Tayassu tajacu) sind diese immer in großen Rotten unterwegs. Das absolute Highlight war ein Vertreter der Felidae, welcher uns am Serra-Trail vor die Kamera lief. Leider ist die Katze auf dem Foto nicht komplett zu sehen und etwas verschwommen, was die Artbestimmung schwierig macht. Es handelt sich auf jeden Fall um eine gefleckte Kleinkatze. Aufgrund der Körpergröße, der großen Tatzen und des relativ kurzen Schwanzes ist davon auszugehen, dass es sich um einen Ozelot (Leopardus pardalis) handelt. Ozelots sind die häufigste Katzenart in den meisten tropischen und subtropischen Habitaten der Neotropen. Sie sind die größten Vertreter der Gattung Leopardus und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren, sowie Vögeln und Reptilien.

Lena H.

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Unsere Fotofallen haben sich innerhalb weniger Stunden schon wieder bewährt: heute morgen lief an derselben Stelle wie in der letzten Nacht ein Ozelot (Leopardus pardalis) durchs Bild. Was dürfen wir jetzt noch erwarten, bescheiden wie wir sind?

Ozelot am morgen

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