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Archive for April 2013

Im Newsletter der Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2013: Studium und Lehre erschien ein Bericht über die diesjährigen Lehrveranstaltungen in Brasilien.

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Newsletter-Uni-aktuell, für die ausführliche Version bitte hier klicken

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Saurier in Candelária, RS

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Prof. João Pedro Schmidt, Pró-Reitor de Planejamento e Desenvolvimento Institucional;
Dr. Martin Ebner, Universität Tübingen;
Cristiana Mueller, Coordenadora da Assessoria para Assuntos Internacionais e Interinstitucionais (Auslandsamt)
und Dr. Rainer Radtke, Universität Tübingen.

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Am 15.4.2013 wäre Irmela von Hoyningen-Huene 100 Jahre alt geworden. Kurz nach ihrem 99. Geburtstag war sie 2012 sanft entschlafen. Am Montag, dem 8.4., fanden sich die TeilnehmerInnen des 11. Geoökologischen Gelände-Praktikums in São Pedro do Sul im paläontologischen Museum Walter Ilha ein. Die Stadt hatte eine Gedenkfeier für „Dona Irmela“ vorbereitet.

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Das historische Museum Fernando Ferrari und das paläontologische Museum Walter Ilha befinden sich in São Pedro do Sul unter einem Dach.

Die Museumsdirektorin wurde von der Kulturreferentin der Stadt begleitet, diese wiederum vom Lokalradio Rádio Municipal São Pedrense. In einem Live-Interview äußerte sich Dr. Rainer Radtke zu den Hintergründen der Feierlichkeit.

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São Pedro do Sul, eine Stadt mitten im Herzen von Rio Grande do Sul, blickt auf eine lange Verbindung mit Tübingen zurück. 1928 kam Friedrich Freiherr von Hoyningen-Huene, Professor für Paläontologie der Universität Tübingen, mit seinem Assistenten Rudolf Stahlecker hierher in die sprichwörtliche Pampa Südbrasiliens, unweit der Grenzen nach Argentinien und Uruguay. Ergebnis ihrer neunmonatigen Grabungen waren zwei Saurier: Chiniquodon theotonicus, ein räuberisch lebender dicynodonter Saurier und Stahleckeria potens, ein grasfressender Dicynodont. Beide Tiere sind seit den 1930er Jahren im Therapsidensaal des Paläontologischen Instituts zu sehen.

Radtke und sein Kollege Ebner hatten für die anwesende Taisnara Fragoso eine Überraschung dabei. Taisnaras Urgroßvater Theutonico hatte von Huene tatkräftig unterstützt, so dass von Huene den einen Fund nach ihm benannte. Die Urenkelin erhielt ein Foto des Chiniquodon theotonicus aus Tübingen fürs Familienarchiv. In einem Dokumentarfilm über von Huene aus dem Jahr 2012 war sie eine der Hauptakteurinnen.

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Die Urenkelin von „seu Theutonico“ mit dem Foto des nach ihrem Urgroßvater benannten Sauriers.

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Chiniquodon theotonicus (mit Dank an Philipe Havlik)

2011 war Claudio Einloft erstmals nach Tübingen gekommen, um die Stahleckeria zu sehen. Kurz nach der Ausgrabung der Saurier durch von Huene hatte Einlofts Großvater die Ländereien erworben, die bis heute in seinem Besitz sind. In Tübingen kam es zur Begegnung mit der damals 98-jährigen Irmela, der letzten lebenden Tochter des Freiherrn. Trotz ihres hohen Alters waren ihr die Erzählungen ihres Großvaters über Brasilien im Detail präsent. Sie, die mit rund 70 Jahren eine künstlerische Richtung einschlug, fertigte im Anschluss an das deutsch-brasilianische Zusammentreffen zwei Zeichnungen an mit dem Titel: „In Erinnerung an die Ausgrabungen meines Vaters in Brasilien 1928/29“.

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Beide Zeichnungen konnte Radtke im Januar 2012 dem Museum übergeben. Nun, am 21.4.2013, erscheinen sie ebenso im Werksverzeichnis der Künstlerin.

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Claudio Einloft mit der früheren Museumsdirektorin Tiana Cabral. Im Hintergrund ein Poster mit der „Tübinger“ Stahleckeria potens.

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Im Anschluss wurde Irmela von Hoyningen-Huenes gedacht.

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Wertschätzung der künstlerischen Werke von Irmela von Hoyningen-Huene durch die Gemeinde São Pedro do Sul. (Entwurf: Janete Dalla Costa, Direktorin des Museums)

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Der Bürgermeister der Stadt bedankt sich bei Radtke, dass er die Stadt erneut aufsucht und gedenkt des 100. Geburtstags von Irmela von Hoyningen-Huene.

Am Nachmittag führte Einloft die PraktikumsteilnehmerInnen aus Tübingen nach São Lucas und Chiniquá zu den Originalfundstätten der beiden Saurier.

Fundstelle

Fundstätte

In der „Sanga da árvore“ hatte von Huene die Stahleckeria ausgegraben, wo früher ein Baum (árvore) stand, heute findet man zwei Büsche vor (links im Bild).

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Erläuterungen an diesem wissenschaftshistorisch bedeutenden Ort in Chiniquá.

Wenig weit entfernt liegt in São Lucas der Fundort des Chiniquodon. Von Huene hatte erste Knochen von hier in Tübingen erhalten, was ihn bewog, seine Expedition hierher zu führen.

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Originalfundort von Chiniquodon an der RS 287, die Porto Alegre mit Uruguiana an der Grenze nach Argentinien verbindet.

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Der Tag klang ortstypisch mit einem Churrasco auf Einlofts Anwesen aus (Foto: Einloft mit angemessenem Fleischspieß).

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Das während des Tages Erlebte und Erfahrene wurde beim Churrasco reflektiert.

RR

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Das Jahr Deutschland + Brasilien 2013-2014:  Wo Ideen sich verbinden. Unter diesem Motto steht das Deutschlandjahr in Brasilien, das die deutsch-brasilianischen Beziehungen in allen gesellschaftlichen Bereichen vertiefen und ausweiten will. Zugleich soll das Jahr die Sichtbarkeit der Zusammenarbeit erhöhen und Anstöße für neue Kooperationen geben.

Website auf deutsch,   website em português

Projektträger sind das Auswärtige Amt (AA), der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), das Goethe Institut, das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Bereits Ende 2012 wurde das Programm in der Presse vorgestellt:
Der Spiegel, 27.9.2012: Deutschland-Bild in Brasilien
Die Welt, 28.9.2012,   4.10.2012

Nun sind unsere beiden Brasilienaktivitäten, die Zoologische Exkursion und das Geoökologische Gelände-Praktikum in das Programm des Deutschlandjahres aufgenommen worden. Demnächst steht die aktuelle Version unter „Downloads“ im Netz. Wir, die Leiter des dreiwöchigen Praktikums,  Dr. Rainer Radtke und Dr.  Martin Ebner,  sowie die 25 Tübinger und rund 15 brasilianischen PraktikumsteilnehmerInnen,  sind begeistert,  2013 und 2014 dabei sein zu dürfen.

Warum Faszination Araukarienwald? Die aktuellen Fotos dürften für sich sprechen.
RR

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Während die PraktikumsteilnehmerInen sich erholen, war Radtke in Porto Alegre beim Gouverneur von Rio Grande do Sul (RS) im Palácio do Governador. Hier wurde die neue Finanzierungsbasis für die Wissenschaft des Bundeslandes RS bekanntgegeben.

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Links aussen sitzend: Jorge Guimarães, CAPES-Präsident, 3. von links:  Secretário Executivo Luiz Antônio Rodrigues Elias, MCTI – Wissenschaftsministerium Brasília, Stellvertreter des Bundeswissenschaftsminister, Tarso Genro, Gouverneur, im grauen Anzug in der Mitte, zweite von rechts die FAPERGS-Präsidentin Nádya Pesce da Silveira.

Nun zu den Studierenden:

Da wir es von der zoologischen Exkursion gewohnt waren, vier Wochen lang immer früh um 05:00 aus den Federn zu kommen, war es für viele jetzt kein Problem, um 6 Uhr morgens aufzustehen, um sich den atemberaubenden Sonnenaufgang auf Pró-Mata anzuschauen. In Decken gemummelt saßen wir zunächst im völlig Dunkeln, bis die Sonne über den Bergen, den beiden Lagunen und dem Atlantik rotglühend aufging. Wenn uns nicht, wie an vielen Morgen eine Wolke einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
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Einige ließen den Tag sportlicher angehen und joggten zu einem von Araukarien umstandenen See, um im kalten Wasser (für die Jahreszeit zu kühl), einige Bahnen zu ziehen.
In der Mittagspause lasen der eine oder die andere auf der Wiese vor dem Stationshaus biologische Fachbücher oder gar Belletristik, andere wiederum legten sich auf die Lauer, um Kolibris an den Fuchsien zu beobachten.

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Nach dem alltäglichen Wanderprogramm waren die Fitten offenbar noch nicht ausgelastet und spielten an manchem Abend eine Runde Fußball auf dem hügeligen Rasen. Am Freitag, dem vorletzten Praktikumstag, steigt das bereits legendäre Spiel gegen die brasilianischen Studierenden der Partneruniversität UNISC in Santa Cruz do Sul. Manchmal machte eine dichte Nebelfront es unmöglich, den Ball, das Tor oder geschweige denn die eigenen MannschaftskollegInnen zu erkennen.
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Ronja Bauer & Dorothee Lambert

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Da gehen doch am 01. April eine Theologin und ein Theologe zu den Biologen in den brasilianischen Urwald. Das ist kein April-Scherz und auch nicht der Beginn eines Witzes. Außerdem sollten wir richtig stellen, dass die zwei Theologen in Pró-Mata nicht nur Biologen treffen, sondern auch Geologen, Geoökologen und Zoologen. Bei denen wiederum erklärt es sich recht schnell, was die im Araukarienwald wollen. Aber was wollen eigentlich zwei Theologen dort? Sollten die nicht lieber Bücher lesen und, wenn überhaupt, Kirchen besuchen?

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Rahel und Jonathan stellen auf Pró-Mata ihren Auslandsaufenthalt bei einer evangelischen Einrichtung in São Leopoldo vor.

Nun, die beiden Theologen, das sind wir, Rahel und Jonathan. Und in Brasilien verbringen wir (Ex-)Tübinger derzeit ein Auslandsstudienjahr. Bevor wir nach Brasilien aufgebrochen sind, haben wir einiges gehört von der Vielzahl an neuen Kirchen, die in Brasilien an jeder Straßenecke hervorsprießen. Aber ebenso erzählte man uns von der Artenvielfalt und der wunderbaren Natur Brasiliens. In unserem Reiseführer lesen wir vom buntesten Artenreichtum der Pflanzenwelt (mit allein 55 000 Blütenpflanzen) und dass sich auf einem Quadratkilometer Regenwald mehr Pflanzenspezies fänden als in ganz Europa zusammen genommen.
Während unseres bisherigen Brasilienaufenthalts hatten wir davon leider reichlich wenig gesehen. Die Outdoor-Kultur, die wir aus Deutschland gewohnt sind, scheint in Brasilien nicht wirklich verbreitet zu sein. Statt in der Natur, spazierten wir mit unseren Gastgebern von der  Escola Superior de Teologia (EST) 1. , 2. aus São Leopoldo eher durch Städte und Straßen als durch Flora und Fauna.

Die optimale Gelegenheit, in die Natur zu kommen, erreichte uns, als Rainer uns einlud, die Tübinger Studentengruppe auf der Forschungsstation Pró-Mata besuchen zu kommen.
Diese vier Tage vom 01. bis 04. April haben wir in keinster Weise bereut. Wir hatten die Gelegenheit endlich mal eine richtige kräftezehrende Wanderung in den Wald zu unternehmen, schmalblättrige Araukarien zu pflanzen und wunderschöne Landschaft zu erkunden.
Nebenbei war es nicht nur ein Kennenlernausflug, sondern eine durchaus lehrreiche Exkursion, auf der wir gelernt haben, dass auf Rhyolit- und Basaltböden unterschiedliche Pflanzen wachsen; sich Stachellose Bienen mit Duft verständigen, während die europäischen Bienen dafür aufs Tanzen spezialisiert sind; warum Biologen hin und wieder stehen bleiben, um Pflanzen Zahlen oder Buchstaben zuzuordnen und vieles mehr.

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Die Wanderung vom Araukarienplateau startete bei 930 m ü.NN und wir kamen nahezu auf Meereshöhe an.

Vielen herzlichen Dank für alles, was wir in diesen Tagen von euch lernen durften und für viele bereichernde Gespräche. Wir sind große Fans von Rainers Ansatz, Studentengruppen fächerübergreifend aufzumischen. Die Unterhaltungen mit euch waren sehr bereichernd und um es mit den Worten einer Schülerin zu sagen, die in der Zivildienstzeit von Jonathan beim Landesbund für Vogelschutz an einer Waldexkursion teilgenommen hatte: „Vielen Dank für den Wald zeigen!“
Wald und Natur interessiert Theologen ebenso wie Biologen, Geologen und Geoökologen. Wald geht uns alle an. Und ganz gleich ob wir es Biodiversität oder Vielfalt von Gottes Schöpfung nennen, wir sollten uns gemeinsam für den Erhalt der Natur einsetzen.

Amen dazu.

Die zwei Theologen, Rahel und Jonathan

Brasilien Rahel und Jonathan auf Pró-Mata

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