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Archive for the ‘Forschungspraktikum Caroline Schneider’ Category

Mit diesem letzten Eintrag möchte ich mich wohl vorerst verabschieden. Ich danke euch sehr für das fleißige Lesen und für all eure Kommentare. Ab jetzt übernehmen meine Komilitonen von der Brasilienexkursion 2012.

Cheers,

Caro

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Vor etwa drei Wochen habe ich im Wald am „Brazil Nut Trail“, zusammen mit Sebastião einen Schädel gefunden, allerdings leider ohne Unterkiefer. Ich habe den Schädel mit allen nötigen Hygienemaßnamen gesäubert.

Ich habe ihn für längere Zeit in Alkohol aufbewahrt und anschließend in unseren Trockenschrank, hier an der Lodge, gepackt. Eigentlich wurde diese für Projektoren und Ferngläser gebaut.

Natürlich stellt sich bei solch einem Fund sofort die Frage, zu welcher Spezies dieser Schädel wohl einzuordnen ist. Als Biologe arbeitet man systematisch Bestimmungsmerkmale im Kopf durch, um so letztendlich an das eigentliche Ziel zu gelangen, die Bestimmung der Art. Genau diesen Prozess möchte ich euch nun anhand dieses Schädels vorführen.

Bestimmung der Art anhand des Schädels

  • Schädel weist drei verschiedene Zahntypen auf,
    Schneidezähne (2), Eckzähne (1), Prämolare (3), Molare (3)
  • Die Augenhöhlen sind eindeutig rostral gerichtet (nach vorn)
  • Die Hirnkapsel ist verhältnismäßig groß
  • Die Orbita ist mit einem Orbitaring oder Orbitatrichter (Augenhöhlung) was?? versehen??
  • Rostrale Verkürzung (Schnauze ist relativ flach)

=>  Es handelt sich hierbei folglich um den Schädel eines Primaten

Typisch für die Platyrrhini weist der Schädel folgende Merkmale auf:

  • Zygomatikum hat Kontakt mit dem Parietale
  • 3 Prämolare (Catarrhini, dort sind auch wir vertreten, haben nur 2 Prämolare)
  • Kein knöcherner Gehörgang wie bei Catarrhini

Ich weiß also nun, es handelt sich um den Schädel eines Neuweltaffen (natürlich kann man sich das allein schon aufgrund des Fundortes denken…)

Es gibt hier sieben verschiedene Affenarten:

  • Weißwangenklammeraffe (Ateles marginatus)
  • Weißnasensaki (Chiropotes albinasus)
  • Rothandbrüllaffe (Allouatta belzebul)
  • Brown Capuchin (Cebus apella)
  • Dusky Titi Monkey (Callicebus moloch)
  • Night Monkey (Aotus nigriceps)  ist das nicht azarae??
  • Snethlege’s Marmosette (Mico emiliae)

Die drei letztgenannten kann ich allein auf Grund ihrer geringen Masse (unter einem Kilo) ausschließen). Des Weiteren haben Nachtaffen weitausgrößere Augenhölen, als das hier vorliegende Exemplar.

Brüllaffen (Alouatta sp.) weisen eine kleinere nach dorsal (oben) gezogene Schädelkapsel auf. Der Jochbogen (Acrus Zygomaticus) zieht ebenfalls stark nach dorsal. Insgesamt ist das Erscheinungsbild sehr massiv und nicht so zierlich wie in diesem Schädel hier. Auch wenn, interessanterweise auf beiden Seiten des Schädels der Jochbogen zerbrach und nun fehlt, kann man dennoch die Wuchsrichtung erkennen.

Im Rennen sind folglich noch der Klammer-, der Saki- und der Kapuzineraffe. Sakiaffen haben eine sehr kompakte Schädelstruktur. Der Hirnschädel ist rund und nicht nach hinten ausgezogen, wie bei unserem Exemplar. Die Rostralregion ist kürzer und die Canini sind sehr prominent, mehr als bei unserem Fundstück. Somit kann ich ausschließen, dass es sich hierbei um den Schädel eines Sakiaffen handelt.

Nun muss ich mich letztendlich zwischen dem Klammer- und dem Kapuzineraffen entscheiden. Kapuzineraffen weisen eine beinahe rechteckige Oberkieferform auf und die Rostralregion ist eindeutig kürzer als in unserem Exemplar. Zudem sind die Canini wiederum weniger dominant.

Es handelt sich hier also um den Schädel eines Klammeraffen, ein Primat mit einer relativ langen Rostralregion, stark nach außen abgewinkelten Schneidezähnen und einem vergleichsweiße kleinen Eckzahn.

Zur Todesursache kann ich euch nur wenig erzählen. Generell gilt, dass diese Tiere nur wenig Feinde haben. Sie sind zu schnell für die Harpie und zu schwer für andere Greifvögel. Jaguare und andere Raubkatzen können diesen flinken Klettertieren ebenfalls nichts anhaben.

Das Tier war sicherlich adult, die Zähne weisen bereits Abnutzungen auf und sämtliche Schädelsuturen (Nahten) sind bereits geschlossen. Mögliche Todesursachen sind folglich eine infektiöse Erkrankung, eine genetisch bedingte Erkrankung, Altersschwäche oder aber Abstürzen aus den Ästen.

Dies klingt natürlich im ersten Moment etwas abwegig, aber ich selbst habe zwei Mal beobachtet wie ein Affe aus großer Höhe aus dem Geäst der Bäume hinab fiel. Glücklicherweise landete dieser in beiden Fällen im Wasser des Rio Cristalino.

Caro

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Der Pegel des Rio Cristalino ist, selbst für die Regenzeit, sehr hoch. Etwa
30 bis 40 km stromaufwärts findet man zur Zeit eine Lagunenlandschaft. Die
Vegetation ist dort niedriger als hier nahe der Lodge und in den Gewässern wachsen unter anderem Wasserhyazinthen, Wassersalat und Seerosen.
Wenn der Pegel so hoch ist wie momentan, spült der Fluss in die Lagunen und
mit dem Strom kommen manche dieser Wasserpflanzen mit flussabwärts. Die
Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes und E. azurea) aggregieren an
Flusshindernissen wie z.B. umgestürzten oder tief hängenden Bäumen.

Die Spinnenaffen kommen nun ganz hinab zum Flussufer und angeln sich die Hyazinthen aus dem Wasser. Gefressen wird der Stiel der Blätter. Diesscheint zu dieser Jahreszeit ein Hauptbestandteil der Nahrung zu sein, dennich kann diese Kletterkünstler im Wald nicht mehr finden. Fährt man allerdings mit dem Boot den Fluss hinauf oder auch hinab, muss man dochfast blind sein, wenn man sie nicht sehen sollte.

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Hoatzins (Opisthocomus hoazin) sind für langwierige Diskussionen unter den Systematikern verantwortlich. Bis heute ist ihre verwandtschaftliche Zugehörigkeit nicht geklärt. Lange wurde eine Verwandtschaft zum prähistorischen Archeopterix vermutet, denn die Jungvögel weisen ebenfalls Krallen an den Flügeln auf. Einzigartig ist dagegen das Verdauungssystem des Hoatzins, welches dem eines Wiederkäuers erstaunlich ähnelt.
Für weitere Informationen hierzu kann ich den Wikipedia-Artikel zum Hoatzin empfehlen (http://de.wikipedia.org/wiki/Hoatzin).

Hier, soll heißen, etwa 8 km von der Flussmündung des Teles Pires Flusses entfernt am Rio Cristalino, kann man den Hoatzin für gewöhnlich nicht zu Gesicht bekommen. Er lebt eigentlich etwa 30 bis 40 km flussaufwärts in einem Habitat mit niedrigerem Wuchs und vielen Lagunen. Wenn allerdings der Wasserstand des Flusses so hoch ist wie momentan, wandert der Vogel stromabwärts.
Die letzte Sichtung hier an der Lodge war vor drei Jahren.

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Südamerikanischer Fischotter (Lontra longicaudis)

Südamerikanischer Fischotter (Lontra longicaudis)

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