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Campo Grande

Nach gut 12 Stunden ruhiger Fahrt sind wir im Campo Grande angekommen, wo wir herzlich vom Santa Clara-Team empfangen und sogleich mit der diesjährigen T-Shirt-Kollektion eingekleidet wurden.

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Auch hier revanchierten wir uns mit einem Kleidungsstück aus der Uni-Tübingen-Ausstattung:

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Der Profi-Sport hinterlässt in Brasilien seine Spuren.

Zwischen mehreren Regenschauern verließen wir schweren Herzens die Rio Cristalino Jungle Lodge.

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In Alta Floresta verbrachten wir noch eine Nacht und stiegen in den Reisebus zur Fahrt in Richtung Süden.

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Auch dieses Jahr wurden wieder Trapcams aufgehängt, um zu sehen was sich vor allem nachts so in den Wäldern herumtreibt. An drei verschiedenen Stellen lief uns ein Flachlandtapir (Tapirus terrestris) in die Fotofalle. An einer Salzlecke am Paranuss-Trail handelte es sich um ein Jungtier – es war noch teilweise eine gestreifte Fellzeichnung zu erkennen. Die anderen beiden Exemplare waren ausgewachsene Tiere. Diese nachtaktiven Pflanzenfresser sind Einzelgänger. In einer Nacht kam auch ein einzelnes Paca (Agouti paca) zur Salzlecke. Es ist gut an den Reihen weißer Punkte auf den Körperseiten zu erkennen. Im Ökosystem Regenwald spielt es eine wichtige Rolle als Verbreiter von Samen. Tagsüber waren natürlich wieder zahlreiche Pekaris zu beobachten, die sich im Schlamm drängten. Dabei handelte es sich ausschließlich um Weißbart-Pekaris (Tayassu pecari). Im Gegensatz zum Halsband-Pekari (Tayassu tajacu) sind diese immer in großen Rotten unterwegs. Das absolute Highlight war ein Vertreter der Felidae, welcher uns am Serra-Trail vor die Kamera lief. Leider ist die Katze auf dem Foto nicht komplett zu sehen und etwas verschwommen, was die Artbestimmung schwierig macht. Es handelt sich auf jeden Fall um eine gefleckte Kleinkatze. Aufgrund der Körpergröße, der großen Tatzen und des relativ kurzen Schwanzes ist davon auszugehen, dass es sich um einen Ozelot (Leopardus pardalis) handelt. Ozelots sind die häufigste Katzenart in den meisten tropischen und subtropischen Habitaten der Neotropen. Sie sind die größten Vertreter der Gattung Leopardus und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren, sowie Vögeln und Reptilien.

Lena H.

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Rätselpflanze

Verena Pietzsch entdeckte am Weg zum Turm 1 die abgebildete Pflanze. Wir rätseln noch über den Namen:

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Sachdienliche Hinweise sind willkommen!

Susanne Sourell kommentiert am 20.02.2017 (danke!):

„Alle Anzeichen deuten auf eine bisher unbeschriebene Art (Thismia sp.). Diese Pflanze wurde erstmals im Januar 2017 von Diego Ferreira von UNEMAT im Rahmen des Cristalino Fungi Project gesammelt. Sie soll im Rahmen einer Monographie zu mycoheterotrophen Pflanzen des RPPN Cristalino beschreiben werden.“

Bereits 2015 fanden wir eine andere Art der Familie. Auch über andere mykoheterotrophe/parasitischePflanzen haben wir in diesem Blog schon berichtet.

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Helosis cayennensis, Balanophoraceae, Cacao-Trail

Außerdem fanden wir im Februar 2017 am Einstieg zum Serra-Trail eine weitere Art, wahrscheinlich aus der Familie der Gentianaceae:

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Sichtungen vom Rio Cristalino. Weitere Beschriftung und Berichte folgen!

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Gelbbrustara (Ara ararauna)

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Bare-necked fruitcrow (Gymnoderus foetidus)

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Gehaubter Kapuziner oder Haubenkapuziner (Sapajus apella, Syn.: Cebus apella)

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Amerikanischer Schlangenhalsvogel (Anhinga anhinga)

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Razor-billed Curassow (Mitu tuberosum)

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Harlekinbock (Acrocinus longimanus)

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Harlekin-Bock (Acrocinus longimanus)

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Riesenotter (Pteronura brasiliensis)

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White-browed Purpletuft (Iodopleura isabellae)

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White-winged Swallow (Tachycineta albiventer)

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Red-fan Parrot (Deroptyus accipitrinus)

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Kappenreiher (Pilherodius pileatus)

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Maria-da-praia (Ochthornis littoralis)

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Auf dem Paranuss-Trail hörten wir ein entferntes Klopfen, wie wenn jemand auf ein Brett hämmert. Beim Annähern erzählte Alfredo, dass er schon Kapuzineraffen beim Nüsseknacken beobachtet habe. Wir schlichen uns an die Geräuschquelle an und – richtig: ein Kapuzineraffe hatte eine vermutlich von einem Aguti bereits angenagte Paranussfrucht etwa 8 Meter hoch auf einen waagrechten Ast geschleppt und war dabei, sie dort durch energisches Schlagen weiter aufzuknacken! Jedenfalls saß das Tier danach auf dem Ast und kaute auf freigelegten Samen herum.

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Jonas Benner ergänzt (danke!):

Kapuzineraffen können den perfekten Zeitpunkt abpassen, wann Nüsse reif sind. Dann befreien sie zunächst die Früchte von ihrer Schutzhülle und transportieren sie zu speziellen Plätzen, wo die Nüsse trocknen sollen. Immer wieder prüfen die Affen den Grad der Trocknung. Zuletzt werden die Nüsse in speziellen „Werkstätten“ mit großen Steinen geknackt – ein ausgefeilter Produktionsablauf.
Links dazu:

3SatSpiegelORF