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Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado wurde zum diesjährigen Träger des Friedenspreises ernannt.

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Während die Exkursionsgruppe im Rahmen des Geoökologischen Praktikums durch die Bundesstaaten Bahia und Rio Grande do Sul reiste, verabschiedeten sich Marvin und Nils in Ilhéus von der Gruppe und begaben sich zurück in Richtung des Amazonas-Regenwaldes. Das Ziel war das Instituto Araguaia im Cantão State Park in Tocantins, an dem Nils 2017 fast vier Monate lang Riesenotter (Pteronura brasiliensis) erforscht hat (Hier der Praktikumsbericht).

Zwischenstopp in der Hauptstadt Brasília mit Besichtigung einiger Sehenswürdigkeiten wie der Catedral Metropolitana de Brasília.

Cantão

Angekommen in Cantão erwartete uns ein vollkommen ungewohntes Bild. Während unsere letzten Aufenthalte zur Trockenzeit stattfanden und große Sandbänke sowie trockene Wälder vorzufinden waren, steht aktuell der Igapó-Wald fast fünf Meter tief unter Wasser. Entsprechend standen an Stelle von großen Wanderungen tägliche Kanufahrten auf dem Programm, bei welchen wir den Wald auf ungewohnte Weiße auf dem Wasser durchquerten. Besonders spannend waren dabei die Araguaia-Flussdelfine (Inia araguaiensis), welche nahezu täglich neugierig unser Kanu verfolgten.

Araguaia-Flussdelfin

Mit dem Kanu im Wald

Noch häufiger waren die überall an den Flüssen und Seen sitzenden Hoatzins (Opisthocomus hoazin) anzutreffen, die mit ihren Grunzlauten ständig zu hören sind. Während der Regenzeit nutzen sie Büsche und Bäume, welche durch das steigende Wasser für Prädatoren wie Nasenbären und Kapuziner nicht zu erreichen sind, zur Brut. Der ansteigende Wasserpegel stellt jedoch auch eine Gefahr für die Gelege dar, da einige Nester zu überschwemmen drohen. Allein mit dem Sturm in unserer letzten Nacht an der Forschungsstation ist das Wasser in dem Gebiet um rund 20 cm angestiegen.

Gelege eines Hoatzins

Hoatzin

Neben den für uns unsichtbaren Jaguaren, waren natürlich auch die Riesenotter eines der Hauptziele unserer Reise nach Cantão. Da mit angestiegenem Wasserstand ein Großteil des 90.000 Hektar großen Parks unter Wasser steht, lassen sich die „Wölfe der Flüsse“ zur Regenzeit nur sehr selten blicken. Umso schöner ist es, alt bekannte Ottergesichter wiederzusehen (leider ohne Bild).

Unser Kanu mit praktischem Elektromotor

Wer in Cantão überleben will, muss mit den enormen Wassermassen zur Regenzeit zurechtkommen. Während fast alle Giftschlangenarten aufgrund fehlender Anpassung nur im angrenzenden Cerrado zu finden sind, wandern große Tiere wie Tapire und Jaguare verstärkt zur Regenzeit in die Savannenlandschaft. Entsprechend wichtig ist der Schutz beider Ökosysteme. Mit der Gründung eines ersten privaten Schutzgebietes (RPPN) 2017 und Plänen für eine Ausdehnung der unter Schutz stehenden Fläche durch weitere RPPNs (Link)kann nicht nur die in Cantão lebende Tierwelt ganzjährig geschützt werden, sondern auch ein Stück des durch den Soja-Anbau stark zurückgegangenem Tiefland-Cerrados, der artenreichsten Savanne der Welt.

Früh morgens im Cerrado

Hühnerfresser (Spilotes pullatus) als Untermieter im Haus. Eine der Schlangenarten, die auch zur Regenzeit im Igapó zu finden sind.

Wer dem steigenden Wasser nicht aus dem Weg gehen kann, muss sich etwas anderes einfallen lassen. Ameisenstaaten verlassen ihre Bauten und halten sich als große Kugeln an den letzten aus dem Wasser ragenden Stängeln und Grashalmen fest. Als unachtsamer Kanufahrer kann dies zum plötzlichen Angriff zahlreicher Feuerameisen führen, welche ohne Zweifel das Kanu entern würden. Ein beherzter Sprung der Insassen ins tiefe Wasser und das Zurücklassen des Kanus wären die Folgen. Zum Glück haben wir diese Erfahrung nicht machen müssen.

Ameisennest

Blutstirnkardinal (Paroaria baeri)

Abschließend stand noch eine Bootstour zum Rio Araguaia auf dem Programm. Der Rio Araguaia bildet gemeinsam mit dem Rio Tocantins, in welchen er mündet, den 32. längsten Fluss der Welt und ist damit einer der wichtigsten Flüsse Brasilien. Hier an der Grenze zu Cantão ist er über 2 km breit, überflutet aber zusätzlich noch die Wälder auf beiden Uferseiten.

Blick auf den Rio Araguaia

Prachtvoller Baum

Nach unserem Aufenthalt in diesem faszinierenden Ökosystem trafen wir am Flughafen in São Paulo auf die Teilnehmer des Geoökologischen Praktikums, um mit ihnen gemeinsam zurück nach Deutschland zu fliegen.

Unsere Mitbewohnerin „Sarinha“ werden wir vermissen (Großmazama, Mazama americana).

Auf der Nachbar-Fazenda von Pró-Mata finden sich neben einem Wasserfall Jahrhunderte alte Baumfarne (Dicksonia sellowiana).

Blick auf die Lagoa Itapeva von unserer Terrasse aus.

Gustavo Bartelli, Umweltingeneur, ehemals von der Tübinger Partneruniversität Univates, Lajeado, gibt am Abend einen Einblick, wie er für Umweltgutachten eine Drohne einsetzt.

Die Drohne in der Praxis.

Sie landet am Startpunkt, nachdem sie das Forschungsgebäude in genau 100 m Höhe überflogen hat.

Unendlich viele Fotos fügte ein Computerprogramm zu der fertigen Luftansicht der Station und des angrenzenden Tümpels zusammen.

Weitere Bilder und Text folgen.

*) Time to say goodbye – Andrea Bocelli, Sarah Brightman (1997)

Erste Araukarien auf dem Weg nach Pró Mata

Milvago chimachima (Gelbkopf- Karakara)

Einer der drei im Araukarienwald vorkommenden Geierfalken.

Besuch auf Pró-Mata

Am Samstag suchte uns Dr. Thomas Schmitt, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Rio Grande do Sul und Santa Catarina, auf der Forschungsstation auf Pró-Mata auf. Er war von Dr. Rainer Radtke eingeladen worden, nachdem er 2018 nach Porto Alegre kam und sich über die Tübinger Aktivitäten im Araukarienwald ein Bild machen wollte.

Bei den abendlichen Seminaren erläuterte Dr. Schmitt die Aufgaben und Struktur des Auswärtigen Amtes und die eines Generalkonsuls.

Auf einer Versuchsfläche brachten der Generalkonsul und die Tübinger Studierenden erfolgreich Araukariensetzlinge aus.

Abendfüllender Vortrag über Araukarien von Dr. Glauco Schüssler, Verwalter von Pró-Mata seit November 2018. Als Bachelorstudent der PUCRS kam er erstmals nach Pró-Mata als Tübingen hier das Araukarienwald-Projekt im SHIFT-Programm durchführte. Danach war er als Masterstudent der UFRGS und zuletzt als Doktorand über die UFSC, Florinanópolis, ebenfalls regelmäßig im Schutzgebiet.

Für alle, die schon Araukarien im Radtke-Hain gepflanzt haben: Es geht voran und zwar gut! Rückschläge wie das Einfallen verwilderter europäischer Wildschweine nach der Pflanzung 2018 und ihrer Zerstörung werden kompensiert.

In Ilhéus machten wir vor unserer Abreise noch einen Abstecher auf den Markt.

Unvorstellbare Mengen an Obst warten hier auf hungrige Marktbesucher.

Zitrusfrüchte werden hier noch von Hand sortiert.

Dieser Stand gehört Jesus.

Im Markt wird neben Obst auch Fisch gehandelt.

Die Arbeit als Marktbestücker ist sehr erschöpfend.

Viele neue Eindrücke auf allen Sinnesebenen begleiteten uns auf unserer weiteren Reise. Der Markt war eine tolle Erfahrung, um einen Einblick ist das normale Leben der Menschen in Ilhéus zu gewinnen. Besonders interessant war für uns zu sehen, was die lokalen Händler hier anbieten.

Überfahrt von Camamu nach Barra Grande und zum Rotalgenriff in Taipu de Fora.

Vorträge zu Mangroven und Riffbildung im angemessenen Ambiente.

Ein einzelner Fischer im Mangrovenbereich.

Text folgt.

Ein letztes gemeinsames Bild mit den Brasilianern mit Blick auf die Küste von Ilheus

Text und weitere Bilder folgen